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ZUG UM ZUG EUROPA [Days
of Wonder]
(Brettspiel)
Nachdem Zug um
Zug zu Recht den Titel Spiel des Jahres 2004 erhalten hatte, war
es eigentlich klar, dass früher oder später eine Erweiterung zum Spiel
erscheinen würde. Dass daraus mit Zug um Zug Europa ein eigenständiges
Spiel geworden ist, hat dagegen viele überrascht.
Bereits beim Aufbauen von Zug um Zug Europa wird einem auffallen, dass sich am Spielmaterial und den grundsätzlichen Regeln nicht allzu viel geändert hat. Es gibt immer noch Wagenkarten, Lokomotivkarten und Zielkarten (aufgeteilt in lange und normale Strecken), diesmal aber alle in Standardkartengröße. Auch erhält jeder Spieler wieder 45 Plastikwaggons in seiner Farbe. Neu sind hingegen der Spielplan, der nun unverkennbar Europa des 19. Jahrhunderts darstellt, einige Regelerweiterungen und die Bahnhöfe, von denen jeder Spieler zu Beginn drei Stück erhält.
Neben den drei bereits bekannten Aktionsmöglichkeiten (siehe auch Zug um Zug Besprechung) Wagenkarten nehmen, Strecke benutzen oder neue Zielkarten ziehen gibt es nun mit dem Bau eines Bahnhofs eine neue Aktion. Mittels der eigenen Bahnhöfe ist es nun erstmals möglich, die Strecke eines anderen Spielers für sich zu nutzen. Bahnhöfe können in jeder Stadt gebaut werden, in der noch kein anderer Bahnhof existiert. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Stadt bereits durch eine Strecke mit einer anderen Stadt verbunden ist. Wer die Bahnhöfe geschickt einsetzt, kann Lücken in seinem Schienennetz schließen, um so am Ende des Spiels die benötigten Städte seiner Zielkarten miteinander zu verbinden.
Ebenfalls neu sind die beiden Streckentypen Fähren und Tunnel. Fähren-Strecken verbinden zwei Städte über Wasser miteinander und können mit einem Kartenset einer beliebigen Farbe befahren werden. Zusätzlich müssen aber noch eine gewisse Anzahl an Lokomotivkarten mit ausgespielt werden. Die entsprechende Menge wird durch Lokomotiv-Symbole auf den jeweiligen Strecken gekennzeichnet.
Besonders
attraktiv sind Strecken durch Tunnel. Wer sie benutzen kann, braucht keine
langen Umwege in Kauf zu nehmen. Nur leider sind diese Abschnitte auch um
einiges gefährlicher als normale Strecken. Zuerst muss der Spieler die
erforderliche Anzahl an Wagenkarten der entsprechenden Farbe vorweisen. Danach
werden die oberen drei Karten des Nachziehstapels aufgedeckt. Befinden sich
unter den drei Karten weitere Karten der gewählten Farbe oder Lokomotiven, so
muss der Spieler nun die gleiche Anzahl Karten der entsprechenden Farbe noch
zusätzlich ausspielen können. Klappt dies nicht, so darf der Tunnel nicht benutzt werden
und der Spielzug ist vergeben.
Am Ende des Spiels wird ermittelt, wer die meisten Punkte vorweisen kann. Dabei werden die Punkte der eigenen Zielkarten entweder zum aktuellen Punktestand, der auf der Zählleiste ablesbar ist, addiert oder subtrahiert, je nachdem ob die darauf angegebenen Städte erfolgreich miteinander verbunden wurden. Für jeden nicht gebauten Bahnhof gibt es dann nochmals je 4 Punkte oben drauf. Und wer die längste Strecke vorweisen kann, darf sich über zusätzliche 10 Punkte freuen. Sieger ist der Spieler, der die höchste Punktzahl erreicht hat.
Trotz dieser auf den ersten Blick nur minimalen Änderungen spielt sich Zug um Zug Europa teilweise erheblich anders als der Vorgänger. Anders als auf dem Nordamerika-Spielplan gibt es in Europa zum größten Teil nur kürzere Strecken. Wagenkarten horten ist hier eher nicht angesagt, da man ansonsten beim Streckenbau schnell ins Hintertreffen gerät. Dadurch kommt es an vielen Stellen schnell zur Rangelei und man ist froh, dass die Möglichkeit besteht, mittels Bahnhofsbau andere Strecken mitzubenutzen. Anders als bei Zug um Zug werden bei Zug um Zug Europa auch viel häufiger neue Zielkarten nachgezogen, da diese dank kürzerer Strecken, einfacher zu erfüllen sind.
Zug um Zug Europa ist kein
komplett neues Spiel, aber es erweitert das Grundspiel um einige interessante Facetten.
So ist es nicht nur für diejenigen interessant, die Zug um Zug noch nicht
besitzen, sondern kann auch allen Fans der Ursprungsversion empfohlen werden.
[Marcus Ranz]
| Zug um Zug Europa | ||||
| Autor: | Alan R. Moon | Alter: | ab 8 Jahren | |
| Verlag: | Days of Wonder | Dauer: | 30 - 60 Minuten | |
| Spieler: | 2 - 5 Spieler | Preis: | ca. 35 EUR | |
| Wertung | |||||
| Ausstattung: |
Gesamturteil |
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| Anleitung: |
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1 = schlecht; 10 = sehr gut