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TORRES - Spiel des Jahres 2000 [FX]
Das Erfolgsduo schlägt wieder zu. Nachdem
Wolfgang Kramer und Michael Kiesling für ihr Spiel Tikal den "Spiel
des Jahres 1999"-Titel erhielten, haben sie schon den nächsten Hit
veröffentlicht. Torres ist ein lupenreines Strategiespiel, bei dem der
klügste Baumeister gewinnt.
Bei Torres wird gebaut. Große, mächtige Burgen werden im Land Kastilien errichtet. Die Spieler übernehmen die Rolle von Königssöhnen. Der König ist alt und schwach geworden und sucht deshalb unter seinen Söhnen einen Nachfolger. Er beschließt, dass seine Söhne den auserwählten in einem fairen Wettstreit ermitteln sollen. Den Platz auf dem Thron wird der einnehmen, der in drei Jahren die höchsten und größten Burgen baut und auf diesen durch seine Ritter vertreten ist.
Nach dem Öffnen der Verpackung finden die Spieler erst einmal eine Menge an schön gestaltetem Spielmaterial, das gleich Lust aufs Spielen macht. Der Spielplan zeigt auf einer Fläche von 8 x 8 Feldern das Land Kastilien und am Rand des Plans die schon aus anderen Spielen bekannte Wertungsleiste. Auf den einzelnen Feldern werden später die Burgen errichtet. Dazu stehen insgesamt 92 Bausteine, aus Plastik, zur Verfügung. Die Bausteine können sowohl aufeinander, als auch nebeneinander auf den Plan gestellt werden. Jede Burg wird in der Wertungsphase bewertet, wobei ausschlaggebend ist, wie hoch und wie breit die Burg ist, und auf welcher Ebene die Ritter der einzelnen Spieler stehen. Neben dem Spielplan und den Bauteilen gibt es noch Ritter - wovon jeder Spieler sechs erhält - den König und einen Satz Karten.
In jedem Spielzug stehen 5 Aktionspunkte zur Verfügung, die auf unterschiedliche Aktionen verteilt werden können. Jede Aktion kostet eine bestimmte Anzahl an Punkten. So können neue Ritter eingesetzt, Ritter bewegt, Burgen erweitert, Aktionskarten gekauft und sogar Wertungspunkte erstanden werden. Die einzige Aktion, die keine Aktionspunkte verbraucht, ist das Ausspielen einer Aktionskarte. Damit die Spieler jederzeit wissen, wofür sie ihre Aktionspunkte benutzen können, erhält jeder eine praktische Übersichtskarte.
Jede Aktion kann natürlich nur nach
bestimmten Regeln ausgeführt werden. So darf z.B. ein Ritter für einen
Aktionspunkt nur eine Ebene (jeder Burg-Baustein stellt eine Ebene da) nach oben
steigen, oder Sie dürfen gerade erworbene Aktionskarten nicht im gleichen Zug
anwenden. All diese Regeln sind aber klar verständlich und nicht wie in manch
anderem Brettspiel Spielspaß hemmend.
Im Spielverlauf werden die Spieler nun versuchen, große Burgen zu bauen, und auf diesen, mit einem eigenen Ritter, auf einer möglichst hohen Ebene vertreten zu sein. Im Spiel gibt es drei Wertungsrunden, in denen dann die Erfolgspunkte vergeben werden. Pro Burg wird berechnet: Ebene, auf der der Ritter steht, multipliziert mit der Grundfläche der Burg. Steht ein Ritter z.B. auf der dritten Ebene einer Burg, die eine Grundfläche von 7 Feldern hat, so bekommt der Spieler dafür 21 Punkte. Es ist also ratsam, auf vielen Burgen vertreten zu sein, um so an viele Punkte zu kommen.
Die Burg, auf der der König vertreten ist, wird Königsburg genannt. Hier können die Spieler neben den normalen Punkten auch noch Sonderpunkte einheimsen. Um z.B. in der zweiten Runde 10 Sonderpunkte zu erhalten, muss der eigene Ritter auf der Königsburg auf Ebene 2 stehen. Die Königsburg wechselt möglicherweise nach einer Wertungsrunde, da der Spieler mit den wenigsten Punkten den König auf eine andere Burg setzen kann.
Viel Abwechslung ins Spiel bringen die
verschiedenen Aktionskarten, die gegen Aktionspunkte gekauft werden
können. Mit den Aktionskarten werden einige Regeln außer
Kraft gesetzt. So können Sie z.B. mit der entsprechenden Karte, statt eine
Ebene mit Ihrem Ritter nach oben zu klettern, zwei Ebenen überwinden, oder Sie
dürfen zusätzlich einen Burg-Baustein verbauen. Alle Aktionskarten verschaffen
einen Vorteil, so dass man nicht darauf verzichten sollte.
Für alle, die Torres schon ein oder zweimal gespielt haben, bietet die Anleitung noch eine Regelvariante und eine Meisterversion an. Die Regelvariante unterbindet den doch recht hohen Glücksfaktor beim Aktionskartenkauf, und die Meistervariante bietet zusätzlich noch eine Aufgabe, die bei Erfüllung nochmals viele Sonderpunkte einbringt.
Torres ist ein toller Spaß für jeden, der gerne über seine Spielzüge nachdenkt. Es ist kein kommunikatives Spiel, sondern eines der Spiele, wo jeder seine Aktionen überlegt, die dann teilweise wieder durch die anderen Spieler über den Haufen geworfen werden. Wodurch man dann doch wieder ins Gespräch kommt. Torres bietet für jeden Spielertyp die richtige Variante. Die Grundversion ist für Anfänger und Fortgeschrittene, die Regelvariante, für alle die, denen der Glücksfaktor beim Spielen ein Dorn im Auge ist, und die Meistervariante bietet allen denen eine Chance, die das scheinbar Unmögliche möglich machen wollen. [mr]
| Torres | ||||
| Autor: | Kramer & Kiesling | Alter: | ab 12 Jahren | |
| Verlag: | FX | Dauer: | ca. 60 Minuten | |
| Spieler: | 2 - 4 Spieler | Preis: | ca. 30 EUR | |
| Wertung | |||||
| Ausstattung: |
Gesamturteil |
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| Anleitung: |
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1 = schlecht; 10 = sehr gut