|
|
TIKAL - Spiel des Jahres 1999 [Ravensburger]
Wolfgang Kramer, einer der Autoren von Tikal,
scheint ein Abo auf den Titel 'Spiel des Jahres' gebucht zu haben. Tikal
ist das vierte Spiel aus seiner Feder, dass diese Auszeichnung erhalten hat.
Spielziel bei Tikal ist es, kostbare Schätze zu heben und wertvolle Tempel gegen die anderen Mitspieler zu verteidigen.
Jeder Spieler ist Leiter eines Expeditionsteams, das aus bis zu 18 Teilnehmern und einem Expeditionsleiter besteht. Mit diesen Teams machen sich die Spieler auf den Weg, um in einer der größten und bedeutendsten Maya-Stätten (= Tikal) nach Schätzen und Tempeln zu suchen.
Da Tikal im Laufe der Jahrhunderte unter einem fast undurchdringlichen Urwald verschwand, und erst nach und nach davon befreit wird, legen die Spieler in jeder Spielrunde eine 6-eckige Geländetafel auf den Spielplan.
Der Spielplan zeigt neben dem Basiscamp, in dem alle Spieler beginnen, zwei Tempel und einen Vulkan. Der Rest des Plans ist noch nicht entdeckt und deshalb von einem Urwald überzogen.
Im verdeckten Stapel der Geländetafeln befinden sich Urwald-, Tempel-, Schatz- und drei weitere Vulkantafeln. Immer wenn eine der Vulkantafeln aufgedeckt wird, kommt es zu einer der spielentscheidenden Wertungsrunden. Nachdem die letzte Geländetafel aufgedeckt wurde, wird nochmals eine Wertung durchgeführt. Gewinner ist der Spieler, der in den Wertungsrunden die meisten Punkte ergattern konnte.
Auf jeder Geländetafel sind eine oder mehrere kleine Steinplatten abgebildet. Diese Platten symbolisieren die Wege von einer Geländetafel zu einer benachbarten Tafel. Möchte ein Spieler nun eine seiner Figuren zu einer anderen Geländetafel bewegen, so muss er für jede Steinplatte, zwischen den beiden Geländetafeln, einen Aktionspunkt aufbringen.
10 Aktionspunkte stehen jedem Spieler
zu Beginn seines Spielzuges zur Verfügung. Welche Aktionen er damit ausübt,
bleibt nun ihm überlassen. Insgesamt gibt es 7 verschiedene Aktionen. Der
Spieler kann z.B. für einen Aktionspunkt eine eigene Figur aus seinem Vorrat
ins Basiscamp stellen oder für drei Aktionspunkte einen Schatz heben. Außerdem
kann er noch neue Camps errichten, Tempel mit Wächtern schützen, Tempelebenen
freilegen und Schätze mit anderen Mitspielern tauschen. Es gibt also eine
Fülle von Möglichkeiten, aus denen die Spieler, die für sie wichtigsten
umsetzen können. Damit dabei keiner die Übersicht verliert, welche Aktion wie viel
kostet, bekommt jeder Spieler zu Beginn des Spiels eine Kurzspielregel (siehe
rechts). Auf
dieser sind alle Aktionen übersichtlich aufgeführt.
Für die Wertungsrunden ist es wichtig, dass man Schätze gehoben hat und bei hochwertigen Tempeln die Mehrheit besitzt, sprich: das größere Expeditionsteam auf der Tempel-Geländetafel stellt. Die Schätze kommen ins Spiel, wenn eine Schatz-Geländetafel aufgedeckt wird. Auf diese werden dann verdeckt Schatzplättchen gelegt. Betritt nun ein Spieler diese Schatztafel und stehen ihm noch genügend Aktionspunkte zum Heben des Schatzes zur Verfügung, so kann er eines der Plättchen an sich nehmen und offen vor sich hinlegen. Im Spiel gibt es 8 verschiedene Schätze und jeder ist 3 mal vorhanden. Je mehr gleiche Schätze ein Spieler besitzt, desto mehr Punkte bekommt er dafür. Ein einzelner Schatz bringt einen Punkt, zwei gleiche Schätze schon drei Punkte und drei gleiche Schätze 6 Punkte.
Auf den Tempel-Geländetafeln steht immer eine Zahl, die den Wert des Tempels angibt. Durch das Freilegen von weiteren Tempelebenen kann der Wert des Tempels auf max. 10 Punkte erhöht werden. Wie bereits erwähnt, bekommt in den Wertungsrunden der Spieler die Punkte gutgeschrieben, der an dem Tempel die meisten Expeditionsteilnehmer besitzt. Dabei ist zu beachten, dass der Expeditionsleiter bei Wertungen drei Punkte zählt. Ärgerlich ist es, wenn man einen Tempel freilegt und diesen an einen anderen Spieler verliert. Um dieses zu verhindern, hat jeder Spieler die Möglichkeit, Tempel mit einem Wächter zu schützen. Dazu muss man an dem Tempel die Mehrheit besitzen und noch über 5 Aktionspunkte verfügen. Der Wächter wird auf die oberste Tempeltafel gestellt, alle eigenen Figuren, die sich auf der Geländetafel befinden, werden aus dem Spiel genommen, und an diesem Tempel dürfen keine Ebenen mehr freigelegt werden. Da jeder nur zwei Tempel schützen kann, muss man sich genau überlegen, welcher Tempel geschützt werden soll, und vor allem wann er geschützt werden soll. Geschützte Tempel können nicht mehr von den Mitspielern erobert werden.
Tikal bietet den Spielern im eigenen
Spielzug so viele Möglichkeiten, dass man liebend gern mehr als die 10
Aktionspunkte verbrauchen möchte. Da das aber nicht erlaubt ist, müssen die
Spieler sich mit den 10 Punkten begnügen und das Beste daraus machen. "Soll ich nun den Tempel noch um eine Ebene freilegen, oder wäre
es wichtiger einen der auf dem Spielplan liegenden Schätze zu heben, oder soll
ich ein neues Camp eröffnen, damit meine Figuren näher an den lukrativen
Tempeln beginnen..." - dies sind nur ein paar der Fragen, die sich jeder
Spieler in jeder Runde stellen wird.
Kommt es nun durch das Aufdecken eines Vulkans zu einer Wertungsrunde, so kann jeder Spieler, nochmals 10 Aktionspunkte verplanen. Danach macht er für sich alleine die Wertung, bevor der nächste Spieler an der Reihe ist und ebenfalls 10 Punkte verplant und eine Wertung vornimmt.
Für erfahrene Spieler gibt es noch eine Profiversion der Regeln, die mehr Taktik in den Spielablauf bringt. In dieser Version werden zu Beginn, so viele Geländetafeln aufgedeckt, wie Spieler mitspielen. Anschließend wird das Recht versteigert, sich als Erster eine Tafel auszusuchen und dann seine 10 Aktionspunkte einzusetzen.
Tikal verfügt über eine sehr schöne Ausstattung. Alle Spielfiguren sind aus Holz, und die Geländetafeln und der Spielplan sind schön illustriert. Alles macht einen edlen und stimmigen Eindruck.
Aus einem sehr guten Spielejahrgang 1999 hat eines der interessantesten und abwechslungsreichsten Spiele, den Preis 'Spiel des Jahres 1999' gewonnen. Wir meinen zu Recht. [mr]
Auszeichnungen:
- Spiel des Jahres 1999
- 1. Platz "Deutscher Spielepreis 1999"
| Tikal | ||||
| Autor: | Kiesling / Kramer | Alter: | ab 10 Jahren | |
| Verlag: | Ravensburger | Dauer: | ca. 90 Minuten | |
| Spieler: | 2-4 Spieler | Preis: | ca. 36 EUR | |
| Wertung | |||||
| Ausstattung: |
Gesamturteil |
|
|||
| Anleitung: |
|
|
|||
1 = schlecht; 10 = sehr gut