PIRATENBUCHT [Days of Wonder]
(Brettspiel
)

Der Traum vieler Kinder ist es einmal in die Rolle eines Piratenkapitäns zu schlüpfen und es in Freibeutermanier zu Ruhm und Reichtum zu bringen. Da diesen Traum nicht nur Kinder hegen, hat Days of Wonder mit dem Spiel Piratenbucht das passende Brettspiel veröffentlicht.

PiratenbuchtBis zu 5 Spieler können ihr Glück als Pirat versuchen. Dazu erhält jeder zu Beginn ein Schiff, das noch recht spartanisch ausgestattet ist und nur geringe Werte in den Bereichen Rumpf, Kanonen, Mannschaft und Segel vorweisen kann. Durch die entsprechende Menge Gold können natürlich diese Werte gesteigert und aus dem schwachen Kutter kann der Schrecken der Meere entstehen. Was bietet sich da für einen aufstrebenden Piraten nicht eher an, als die eine oder andere Insel zu plündern und die Schiffe der lieben Piratenkollegen zu entern. Das Spielbrett schafft dafür die Vorraussetzung. Neben dem obligatorischen Wasser finden sich hier insgesamt sechs Inseln und die Piratenbucht. Auf fünf Inseln wird in jeder Runde eine Schatzkarte aufgedeckt, die anzeigt, was es dort an Ruhmespunkten, Goldstücken, Schätzen und so genannten Tavernenkarten (Papageienkarten, Meisterkarten, Ereigniskarten, Kampfkarten, Ruhmeskarten) zu holen gibt. Neben diesen Inseln gibt es noch die Schatzinsel. Die Schatzinsel dient dazu, seine erbeuteten Schätze und Goldmünzen sicher zu vergraben, um sie so in Ruhmespunkte umzuwandeln. Sieger nach zwölf Spielrunden ist nämlich der Spieler mit dem meisten Ruhm und nicht etwa der, der dann noch das Schiff voller Schätze hat. Deshalb sollte man während des Spiels ab und zu einmal auf der Schatzinsel vorbeischauen. Die Piratenbucht ist der letzte Zufluchtsort für einen aus dem Kampf fliehenden Piraten. Hier werden stark beschädigte Schiffe notdürftig wieder aufgepäppelt, so dass der Piratenkapitän zwar geschwächt, aber immerhin noch mit schwimmendem Untersatz weiterhin auf Kaperfahrt gehen kann.

Nachdem zu Beginn jeder Runde feststeht, was die einzelnen Inseln zu bieten haben, stellt jeder Spieler geheim auf einem "Steuerrad" den Ort ein, den er mit seinem Schiff anlaufen will. Landet dabei auf einer Insel mehr als ein Kapitän, so kommt es zum Kampf. Mittels Würfeln wird so ein  Sieger ermittelt, wobei hier die Werte in den einzelnen Schiffsbereichen darüber entscheiden, wer als erster angreifen darf und mit wie vielen Würfeln "gefeuert" wird. Vor seinem Wurf muss jeder Spieler festlegen, auf welchen Bereich (Rumpf, Kanonen, Mannschaft und Segel) er zielen will. Jede fünf oder sechs gilt dabei als Treffer. Sinkt einer der Schiffswerte auf Null oder möchte sich einer der Spieler schon vorher zurückziehen, so muss sein Schiff die Flucht in die Piratenbucht antreten. Verfügen die Spieler über Tavernenkarten (Kampfkarten), so können diese während der Kampfphase eingesetzt werden und einen vielleicht schon verloren geglaubten Kampf wieder offen gestalten. Mit den entsprechenden Karten bekommt man z.B. einen Würfel mehr oder das eigene Schiff nimmt nur noch Schaden, wenn eine 6 gewürfelt wird. Neben den menschlichen Piraten gibt es auch noch ein oder zwei schwarze Piratenschiffe, die jede Runde eine andere Insel anlaufen. Falls sich einer der Spieler dazu entschließt, genau eine dieser Insel auszuwählen, muss er gegen dieses Schiff kämpfen. Dies sollte zu Beginn des Spiels tunlichst vermieden werden, wenn man nicht auf dem Meeresboden enden will, da die schwarzen Piratenschiffe ziemlich stark sind. 

Alle Piraten, die sich nach der Kampfphase allein auf einer Insel befinden, erhalten all das, was die dort offen liegende Schatzkarte angibt. So kann es vorkommen, dass man sich kampflos einer großen Beute ermächtigen kann, da kein anderer Pirat diese Insel angesteuert hat. Andersherum kommt es vor, dass sich um einen eigentlich kleinen Schatz zwei oder sogar noch mehr Piraten streiten, da jeder einem Kampf um eine größere Beute aus dem Weg gehen wollte. So ist das nun einmal, wenn die Wahl der Inseln verdeckt stattfindet. Besonders die Tavernenkarten, die man in der Piratenbucht oder als Teil der erbeuteten Waren erhält, bringen viele Überraschungen ins Spiel. Mit ihnen können z.B. bestimmte Schiffsbereiche verbessert, Ruhmespunkte erhalten und besondere Ereignisse ausgelöst werden.

Piratenbucht ist ein abwechslungsreiches Brettspiel, das die Seeräuberatmosphäre perfekt einfängt. Es gibt Gold, Schätze, Kämpfe und viele weitere Herausforderungen. Großes Lob gebührt der übersichtlichen und umfangreichen Anleitung und dem hervorragenden Spielmaterial. Bereits die schön illustrierte Schachtel lädt zum spielen ein. Piratenbucht ist ein durchdachtes Spiel mit taktischem Anspruch und einer Prise Zufall. Es spielt sich trotz einer Spielzeit von ca. 90 Minuten sehr flott und spannend. Besonders empfehlenswert!
[Marcus Ranz]

Piratenbucht
Autor: Paul Randles
Daniel Stahl
Alter: ab 8 Jahren
Verlag: Days of Wonder Dauer: ca. 60 - 90 Minuten
Spieler: 3 - 5 Spieler Preis: ca. 40 EUR

 

blindgif.gif (42 bytes) Wertung    
blindgif.gif (42 bytes) Ausstattung:

Gesamturteil

 

blindgif.gif (42 bytes) Anleitung:

   

1 = schlecht; 10 = sehr gut

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