BEOWULF [Kosmos]
(Brettspiel
)

BeowulfIn dem altenglischen Heldengedicht Beowulf, aus dem 9. Jahrhundert, begibt sich der gleichnamige Held mit seinen Gefährten nach Dänemark, um dem dortigen König im Kampf gegen Grendel, einem gefürchteten Ungeheuer, beizustehen. Nachdem Beowulf den Sieg davon getragen hat, ist die Freude nur von kurzer Dauer, denn Grendels Mutter sehnt sich nach Rache. In einem langen, schweren Kampf kann aber auch sie besiegt werden. Viele Jahre später, Beowulf ist zwischenzeitlich zum König der Goten gekrönt worden, muss er wieder seinen Mut unter Beweis stellen und den Kampf mit einem furchtbaren Drachen, der das ganze Land vernichtet, aufnehmen. Beowulf besiegt zwar den Drachen, wird dabei aber so schwer verletzt, dass er schließlich stirbt.

Autor Reiner Knizia und der Kosmos Verlag haben nun aus diesem Stoff das spannende Brettspiel Beowulf entworfen. Auf dem außergewöhnlichen Spielplan in L-Form spielen die Spieler nun diese Handlung, die in einzelne Episoden unterteilt wurde, nach. Je nachdem, wie die einzelnen Spieler sich verhalten, erhalten sie mehr oder weniger Ruhmespunkte. Wer davon am Ende des Spiels die meisten besitzt, kann die Nachfolge Beowulfs antreten und ist damit Sieger des Spiels.

Der Spielplan zeigt die insgesamt 36 Etappen vom Aufenthalt am Hofe von König Hygelac bis zum Tod Beowulfs. Da die Spieler Beowulf auf seiner Reise begleiten, gibt es auch nur eine Spielfigur (Beowulf), die in jeder Runde eine Etappe weiter gezogen wird. Jeder Spieler erhält zu Beginn 7 Aktionskarten, die er auf die Hand nimmt. Diese zeigen verschiedene Abbildungen, die u.a. für Klugheit, Mut und Kampf stehen und in einigen Episoden zum Einsatz kommen. Die Episoden unterteilen sich in Haupt- und Zwischenepisoden. In den Zwischenepisoden zeigen die Felder auf dem Spielplan eine bestimmte Aktionsmöglichkeit, die man entweder durchführen oder ignorieren kann. Auf einem Feld besteht z.B. die Möglichkeit, durch Abgabe von zwei Kampf-Aktionskarten ein Schatzplättchen mit dem Wert drei zu erhalten. Reihum entscheidet nun jeder Spieler, ob er diese Aktion durchführen will, bevor die Beowulf-Figur auf das nächste Feld gezogen wird. Auf anderen Feldern wiederum können neue Aktionskarten nachgezogen werden. Dies geschieht aber nicht ohne das Risiko, seine Spielfigur dabei zu verletzen. Auf diesen Risikofeldern sind nämlich immer zwei unterschiedliche Symbole abgebildet. Nun deckt der Spieler zwei Karten vom Aktions-Nachziehstapel auf. Karten, die mit den vorgegebenen Symbolen übereinstimmen, darf der Spieler auf die Hand nehmen. Zeigt aber keine der beiden Karten eine Übereinstimmung, so erhält der Spieler stattdessen ein so genanntes Kratzerplättchen. Passiert das häufiger, so werden aus Kratzer Wunden und diese führen bei der Endabrechnung  zu deftigen Minuspunkten, wenn es drei oder mehr Wunden sind. Natürlich gibt es im Spielverlauf, die Möglichkeit, kleine Kratzer und sogar tiefe Wunden wieder zu heilen.

Anders als bei den Zwischenepisoden, muss an den Hauptepisoden jeder Spieler teilnehmen. Dabei gibt es zwei Arten von Hauptepisoden. Entweder alle Spieler sind gleichzeitig am Zug oder es geht reihum, bis nur noch einer übrig bleibt. Bei den Hauptepisoden kommt es nun darauf an, dass die richtigen Aktionskarten vorhanden sind. Jede dieser Episoden fordert immer bestimmte Symbole, die mittels Aktionskarten erfüllt werden müssen. Wer die meisten der geforderten Karten ausspielt, darf sich als Erster einen der Gewinne aussuchen, die auf dem Episodenfeld abgebildet sind. Die anderen Spieler folgen dann, je nach Menge der korrekt ausgespielten Karten. Bei den Gewinnen gibt es neben positiven, wie Ruhmesplättchen, zusätzliche Aktionskarten und Sonderkarten, auch negative, wie Misserfolgs- und Kratzerplättchen.

Sobald in der letzten Episode die Ruhmespunkte vergeben wurden, findet die endgültige Abrechnung statt. Nun werden die vorher verdeckt gehaltenen Ruhmes-, Schatz- und Bündnisplättchen aufgedeckt und zu einer Summe addiert, von der noch die Misserfolgsplättchen abgezogen werden. Spieler, die über drei oder mehr Wunden verfügen, müssen sich pro Wunde 5 Punkte abziehen. Wer es schafft ohne Blessuren das Abenteuer zu beenden, kann sich noch über 5 Bonuspunkte freuen.

Wer Beowulf schon häufiger gespielt hat, findet in der Anleitung auch noch eine Variante für Fortgeschrittene. In dieser bekommen die Schatzplättchen eine andere Bedeutung und die goldfarbenen Episoden, die im Grundspiel nicht berücksichtigt wurden, kommen zum Einsatz.

Beowulf ist ein außergewöhnliches Brettspiel. Je mehr Spieler mitspielen, desto spannender wird das Spiel. Glück spielt bei Beowulf eine entscheidende Rolle, was dem Spielspaß aber nicht schadet, sondern eher für ein flottes Spielerlebnis sorgt. Besonders erwähnenswert sind die phantastischen Illustrationen von John Howe, der schon Tolkiens "Herr der Ringe" illustriert hat. Verpackung, Anleitung und Spielplan lassen so die richtige Fantasy-Atmosphäre aufkommen.
[Marcus Ranz]

Beowulf
Autor: Reiner Knizia Alter: ab 10 Jahren
Verlag: Kosmos Dauer: ca. 60 - 75 Minuten
Spieler: 2 - 5 Spieler Preis: ca. 30 EUR

 

blindgif.gif (42 bytes) Wertung    
blindgif.gif (42 bytes) Ausstattung:

Gesamturteil

 

blindgif.gif (42 bytes) Anleitung:

   

1 = schlecht; 10 = sehr gut

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